Frauen Union Lübeck besucht Sternwarte – MINT-Berufe stärken und Frauen fördern
MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – Fachbereiche, die entscheidend für technologischen Fortschritt, wissenschaftliche Innovation und industrielle Entwicklung sind. Berufe innerhalb dieser Bereiche gelten als besonders zukunftssicher, haben gute Karrierechancen und bieten oft hohe Gehälter.
"Ein höherer Frauenanteil in diesen Bereichen", so die Lübecker FU-Vorsitzende, Silke Theuerkauff, "ist von großer gesellschaftlicher Bedeutung: Er trägt dazu bei, den Gender Pay Gap zu verringern, stärkt die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und reduziert das Risiko von Altersarmut". Der Anteil von Frauen in MINT-Berufen, steigt jedoch weiterhin nur langsam. Besonders in Ausbildungsberufen liegt er mit rund 12 Prozent auf einem konstant niedrigen Niveau. Positiv hervorzuheben ist, dass der Anteil weiblicher Studienanfängerinnen in MINT-Fächern inzwischen bei etwa 36 Prozent liegt.
Vor diesem Hintergrund besuchte die Frauen Union Lübeck am Mittwoch gemeinsam mit Mitgliedern und Gästen die Sternwarte Lübeck, die vom Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck e.V. betrieben wird. Sternwarten leisten nämlich als außerschulische Lernorte einen wichtigen Beitrag zur MINT-Bildung. Durch anschauliche Vorträge und praktische Himmelsbeobachtungen mit Teleskopen werden Astronomie, Physik und Technik erlebbar gemacht. Auch in Lübeck vermittelten die engagierten, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Sternwarte fundierte Einblicke in astronomische Phänomene, Sonnenaktivität und physikalische Grundlagen und ließen die Gäste durch das Teleskop den Mond und Jupiter aus der Nähe betrachten.
Ein Vortrag des Vorsitzenden der Sternwarte Lübeck und des Arbeitskreises Sternfreunde e.V., Marco Stromeyer, über Frauen in der Astronomie verdeutlichte u.a. am Beispiel von Jocelyn Bell Burnell, dass Entdeckung, Autorenschaft und Anerkennung nicht immer dasselbe ist, denn mit ihrer 1967 gemachten Entdeckung des ersten Pulsar Signals in den Radiodaten erhielt nicht sie, sondern Martin Ryle und ihr Doktorvater, Anthony Hewish 1974 den Nobelpreis für Physik.
Ein Paradebeispiel dafür, wie Frauen in der Wissenschaft systematisch übersehen wurden. Es muss daher unser Ziel sein, auch in MINT-Berufen Parität und Anerkennung zu erreichen.