Lübecker CDU diskutiert Energiepolitik
„Klimaschutz, begrenzte Ressourcen, geringere Abhängigkeit vom Ausland, Kosteneffizienz: Es gibt mehrere Gründe für die Energiewende!“, so CDU-Kreisvorsitzender Dr. Hermann Junghans. Die Lübecker CDU diskutierte unter dem Titel „Klimaneutrales Industrieland – ist das realistisch?“ die Herausforderungen und Chancen der Energiewende.
Andreas Hein, energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion verwies auf die großen Fortschritte Schleswig-Holsteins in der Erzeugung von Elektrizität durch erneuerbare Energien. „Mit Wind- und Solarenergie versorgen wir nicht nur Schleswig-Holstein, sondern auch Hamburg mit grüner Elektrizität.“ Die großen Herausforderungen lägen aber in der Wärmeversorgung, die etwa die Hälfte unseres Energiebedarfs ausmacht, während auf Verkehr und elektrischen Strom nur jeweils die Hälfte des Energiebedarfs entfalle.
Trotz aller Schwierigkeiten, die mit der Energiewende verbunden sind, der Co-Vorsitzende der Grünen in der Lübecker Bürgerschaft, Dr. Axel Flasbarth, betonte: „Wir kommen von einer schmutzigen Welt mit Kohle und Öl und gehen in eine saubere Welt mit Wind- und Solarkraft!“ Deshalb lohne es sich, weiter gemeinsam und mit viel Engagement an dieser Aufgabe zu arbeiten.
Stadtwerkechef Dr. Jens Meier verwies darauf, dass Planungssicherheit für den Ausbau der Fernwärme noch wichtiger sei als die Höhe von Fördermitteln. Fernwärme habe aber die Chance in vielen Gebieten eine sichere und kostengünstige Alternative zu bieten. Das gelte insbesondere bei weiter steigenden Gaspreisen.
Auf die Fragen aus dem Publikum, ob für eine Wirtschaftlichkeit ein Anschluss- und Benutzungszwang an die Fernwärme geplant sei, lehnten Dr. Flasbarth und sein CDU-Fraktionsvorsitzenderkollege Christopher Lötsch einen Anschluss- und Benutzungszwang übereinstimmend ab. Wichtiger sei eine gute Wärmeplanung, die Grundlage für nachhaltige Entscheidungen ist.
Auf die Frage von Christopher Lötsch an den Vertreter der Innung Sanitär Heizung Klima Lübeck, Henning Junghans, nach konkreten Vorschlägen, um den Einbau von Wärmepumpen zu erleichtern, wünschte sich der Installateurmeister und Energieberater vor allem einfachere Genehmigungsverfahren. „Warum soll bei kleineren Wärmepumpen, die zwar keiner baurechtlichen Genehmigung bedürfen, aber in Gebieten in Erhaltungssatzungen liegen, jede Wärmepumpe einzeln genehmigt werden müssen?“ Junghans schlägt eine generelle Genehmigung nach Gebäudetypen vor, um die Stadtbildbelange zu berücksichtigen.
Bei den Fragen aus dem Publikum, wie „Dunkelflauten“ bei bedecktem Himmel und gleichzeitig wenig Wind gemeistert werden können, waren sich die Experten einig: Ein Mix aus europäischem Stromaustausch, Spitzenlastabdeckung durch Gaskraftwerke (Biogas, Ammoniak, Wasserstoff) und großen Batteriespeichern wird die Versorgung stabilisieren. Stadtwerkechef Dr. Meier regte an, die wachsende Flotte elektrischer Fahrzeuge ebenfalls zur Glättung der Stromnachfrage zu nutzen. Geringere Netzentgelte und ein verbesserter Ausbau von Stromtrassen nach Süddeutschland waren weitere Forderungen.